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Schädlinge in Lebensmitteln – was tun?

Motten und Käfer sind nicht nur eine eklige Überraschung, sie können auch eine Gefahr für die Gesundheit sein
von Ute Essig, aktualisiert am 21.09.2015

Sie legen in Schrankritzen ihre Eier ab oder machen es sich mit ihrer Nachkommenschaft im Müsli gemütlich: Vorratsschädlinge wie die Mehlmotte, die Dörrobstmotte oder der Brotkäfer. Die Lästlinge laben sich hauptsächlich an pflanzlichen Nahrungsmitteln: Getreide und Mehl, trockenem Brot, Nudeln, Nüssen und Gewürzen. "Andere im Haushalt lebende Schädlingsarten wie die Kleider- oder Pelzmotte ernähren sich von dem tieri­schen Eiweiß Keratin, das in Wolle vorkommt", erklärt Dr. Reiner Pos­pi­schil, Diplom-Biologe und Schädlingsforscher aus Bergheim-Erft.

Die lichtscheuen Motten bevorzugen dunkle Nischen als Aufenthalts- und Brutplätze. In der Regel verur­­s­achen die unspektakulär aussehen­den, beigegrau gefärbten Falter keine Schäden. Vielmehr sind es ihre bis zu zehn Millimeter großen Larven beziehungsweise Raupen, die Löcher in Teppiche und Textilien fressen sowie Lebensmittel als Futterquelle heimsuchen.

Befallene Lebensmittel entsorgen

Befallene Nahrungsmittel sollten stets entsorgt werden. "Es ist einfach eklig und unhygienisch, wenn sich darin Larven und Gespinste der Tiere befinden", sagt Pospischil. Indirekt stelle der Befall auch eine Gefahr für die Gesundheit dar, denn die Behaarung der Larvenhäute könne bei empfindlichen Personen Reizungen im Magen-Darm-Trakt auslösen, erklärt der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Entomologie und Acarologie – der wissenschaftlichen Lehre von den Schäd­lingen. Empfindliche Menschen reagieren auch auf den Kot der Lästlinge manchmal allergisch.

"Bei starkem Befall ist ein Lebensmittel auf jeden Fall verdorben und nicht mehr genießbar", sagt der Experte. Im Stoffwechsel der Larven wird auch Wasser freigesetzt. "Dadurch werden die Vorräte feucht, und Milben, Bakterien sowie Schimmelpilze können sich darauf ansiedeln", sagt Pospi­­schil. In Privathaushalten besteht normalerweise kein Risiko, dass der Verbraucher derart verschmutzte Lebensmittel noch isst, weil sie extrem unappetitlich aussehen. Mehl etwa verklumpt auffällig.

Für die Gastronomie und die Gemeinschaftsverpflegung stellt eine entsprechende Hygieneverordnung sicher, dass Lebensmittel aus dem Verkehr gezogen werden, die mit Substanzen konta­miniert sind, die ursprünglich nicht hineingehören.

Mangelnde Hygiene selten der Grund

"Schädlingsbefall hat mit mangelnder Küchenhygiene in den seltens­ten Fällen etwas zu tun", stellt Heike Rapp von der Abteilung Lebensmittelsicherheit des Verbraucherdienstes aid klar. Die Lästlinge können leicht durch geöffnete Fenster nach drinnen gelangen.

Deshalb seien in Großküchen Fliegengitter vor den Fenstern üblich. "Die meis­ten Schädlinge aber holt man sich mit dem Einkauf ins Haus", sagt Heike Rapp. Oft werden sie in bereits verpackter Ware, in Kartons und Tüten, in die Küche eingeschleppt. "Die frisch aus den Eiern geschlüpften Larven oder Raupen haben einen Durchmesser von nur 0,2 Millimetern. Die kleinste Beschädigung einer Schweißnaht in der Verpackung ermöglicht, dass die Tiere hineinkriechen und so an die Nahrungsquelle herankommen", erklärt Pospischil.

Er empfiehlt deshalb: "Die Waren nach dem Kauf kontrollieren, umfüllen und so aufbewahren, dass Larven nicht in die Verpackung gelangen können." Gewürze, Getreide und Mehl lagern am besten in Schraubgläsern oder Vorratsdosen aus Kunststoff.

Schädlinge aufhalten

Aus diesen Behältern können die Schädlinge nicht entwischen – wohl aber aus einer Mehltüte, von der aus sie sich schließlich in der ganzen ­Küche verbreiten. Bei Befall muss das Lebensmittel in den Müll. "Wegwerfen heißt in diesem Fall: in einer Mülltonne außerhalb des Hau­ses entsorgen", betont Rapp. Anschließend sollten Schränke und Schubladen gründlich gereinigt sowie Ecken und Kanten mit der Fugendüse des Staubsaugers gesäubert werden. "Den Beutel müssen Sie dann natürlich auch entsorgen, sonst haben Sie die Insekten später wieder im Haus."

Vorbeugend rät die Verbraucherberaterin dazu, Pheromonfallen im Haus aufzuhängen. Sie locken die männlichen Motten an, die daran hängen bleiben und sich nicht mehr paaren können. "Wenn sehr viele Motten auf den Pheromonfallen kleben, ist das ­allerdings oft ein Hinweis auf einen Befall. Dies sollte man als Zeichen nehmen, einmal genauer in die Schränke zu gucken", rät Rapp. Von chemischen Bekämpfungsmitteln sollten Verbraucher die Finger lassen. Sie haben nach einhelliger Meinung der Experten wegen gesundheitlicher Risiken in Küche und Keller nichts zu suchen.

Gefürchteter Schädling: Die Küchenschabe
Kakerlaken können Krankheitserreger übertragen. Schaben sind keine Vorrats-, sondern Hygieneschädlinge. Sie vermehren sich rasant und verbreiten sich über Schächte und Rohrleitungen. Wer sie im Haushalt sichtet, sollte schnell handeln und unverzüglich einen professionellen Schädlingsbekämpfer zurate ziehen.




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